ENERVIE Gruppe: Gutes Ergebnis im Geschäftsjahr 2016 ermöglicht Stabilisierung


    Die ENERVIE - Südwestfalen Energie und Wasser AG, Hagen, hat das Geschäftsjahr 2016 besser als prognostiziert abgeschlossen.

    • 809 Mio. Euro Umsatzerlöse – Ergebnis vor Steuern von 30,2 Mio. Euro
    • Eigenkapitalquote auf über 21 Prozent gestiegen – Verschuldung deutlich abgebaut
    • Wesentliche Meilensteine des Maßnahmenprogramms „Zukunft@ENERVIE“ umgesetzt:

    o Straffes Kostenmanagement und Personalabbau im Plan
    o Desinvestitionen stärken Kapitalbasis
    o Sequenzielle Stilllegung des konventionellen Kraftwerksparks
    o Zielbild ‚Regionalwerk‘: Konzentration auf Kerngeschäft unter regionalem Fokus

    Die ENERVIE - Südwestfalen Energie und Wasser AG, Hagen, hat das Geschäftsjahr 2016 besser als prognostiziert abgeschlossen. „Stabile Beiträge zu einem insgesamt guten Jahresergebnis haben insbesondere die Geschäftsfelder Vertrieb und Netz geleistet. Zudem ist es uns gelungen, wesentliche Meilensteine des Maßnahmenprogramms ‚Zukunft@ENERVIE‘ zum Teil deutlich vor dem Zeitpunkt umzusetzen“, zieht ENERVIE Vorstandssprecher Erik Höhne ein insgesamt positives Fazit. Im Geschäftsjahr 2016 erzielte ENERVIE bei einem leicht gesunkenen Umsatz von rund 809 Mio. Euro ein Ergebnis vor Steuern von 30,2 Mio. Euro. Zur Stärkung der Eigenkapitalbasis im weiter laufenden Restrukturierungsprozess wird der Vorstand der Hauptversammlung vorschlagen, für das Geschäftsjahr 2016 keine Dividende an die Aktionäre auszuzahlen.

    Die ENERVIE Gruppe, zu der auch Mark-E, die Stadtwerke Lüdenscheid und ENERVIE Vernetzt gehören, lieferte für die Versorgung der insgesamt rund 500.000 Energie- und Netzkunden sowie Energiehandelspartner in der Region im Jahr 2016 rund 7,0 Milliarden Kilowattstunden (kWh) Strom, 4,4 Milliarden kWh Gas, 52 Millionen kWh Wärme und 17,2 Millionen Kubikmeter Trinkwasser.

    „Zukunft@ENERVIE“: wesentliche Maßnahmen in Umsetzung oder bereits erreicht

    Die Umsetzung des 2015 gestarteten Restrukturierungsprogramms ist im Berichtsjahr erfolgreich weiter vorangetrieben worden: Über die Hälfte der insgesamt über 100 Einzelmaßnahmen wurde bereits erfolgreich abgeschlossen, der Rest planmäßig durchgeführt. Eine wesentliche Maßnahme ist die Optimierung der Aufbau- und Ablauforganisation, verbunden mit einem umfangreichen Personalabbau: Zum 31. Dezember 2016 befanden sich in der ENERVIE Gruppe ca. 970 Mitarbeiterkapazitäten. Damit hat sich die Zahl im Vergleich zum Vorjahr um weitere 100 Mitarbeiterkapazitäten vermindert. Im Zuge des Gesamtpersonalabbaus in Höhe von 440 Mitarbeiterkapazitäten wurden in enger Abstimmung mit den Arbeitnehmervertretungen ein Interessenausgleich, ein Sozialplan sowie ein Freiwilligenprogramm aufgelegt. Der Abbau von mehr als 90 Prozent der betroffenen Mitarbeiter bis 2019 ist einvernehmlich und individualvertraglich vereinbart. Ziel ist, den Personalbestand bis Ende des Jahres 2019 auf rund 820 Mitarbeiterkapazitäten zu reduzieren.

    Weitere wesentliche Einflussfaktoren im Geschäftsjahr 2016 waren der Beginn der sequenziellen Stilllegung der konventionellen Erzeugung, umfangreiche Desinvestitionen, ein erfolgreiches erstes Geschäftsjahr der „großen“ Netzgesellschaft und eine Neuausrichtung der Leistungs- und Angebotsstrategie.

    Finanzen: Eigenkapitalquote weiter gestiegen, Verschuldung deutlich reduziert

    Aufgrund des positiven Konzernergebnisses hat sich die Eigenkapitalquote weiter auf 21,3 Prozent (Vorjahr: 17,9 Prozent) verbessert. Gleichzeitig gelang es ENERVIE, die langfristigen Bankverbindlichkeiten seit Beginn der Restrukturierung um rund 100 Mio. Euro zu verringern. Aufgrund der Übererfüllung der finanziellen Vorgaben im Rahmen des Restrukturierungspfads konnte die Unternehmensgruppe eine solide Vertrauensbasis zu den involvierten Banken und Aktionären aufbauen.

    Veränderungen im Vorstand

    Nach dem Ausscheiden von Christoph Köther besteht der Vorstand seit dem 1. Januar 2016 aus zwei Vorstandsmitgliedern. Das dem Vorstandsmitglied und zugleich als Sprecher des Vorstands Erik Höhne zugeordnete Ressort Finanzen und Technik umfasst weiterhin die Funktionen Handel, Erzeugung inkl. Wassergewinnung, Netze, Arbeits- und Umweltschutz und zusätzlich mit Wirkung ab 1. Januar 2016 die Funktionen Finanzen, Einkauf, Informationstechnologie, Vorstandsbüro und Compliance. Dem Vorstandsmitglied Wolfgang Struwe ist weiterhin das Ressort Vertrieb und Personal mit den Funktionen Vertrieb und Facilities und zusätzlich mit Wirkung ab 1. Januar 2016 die Funktionen Personal, Recht, Unternehmenskommunikation, Revision und Unternehmensentwicklung zugeordnet.

    Unterschiedliche Absatz- und Erlösentwicklung bei Strom und Gas

    Die Umsatzerlöse Strom und Gas im ENERVIE Konzern sind 2016 im Wesentlichen aufgrund leicht rückläufiger vertrieblicher Absatzmengen sowie der Preisanpassung zum 1. April 2016 gesunken. Hauptgrund für die Preissenkung sind gesunkene eigene Beschaffungskosten durch eine optimierte Beschaffungsstrategie und gesunkene Börsenpreise. Die Gesamtabsätze im Segment Strom stiegen dagegen aufgrund eines deutlich erhöhten Handelsvolumens um 20,6 Prozent an, während sich die vertrieblichen Gasabsätze im Wesentlichen witterungsbedingt um 6,1 Prozent verringerten. Dagegen stiegen die Umsatzerlöse beim Wasser aufgrund einer Preiserhöhung zum 1. Juli 2016 in Hagen leicht an. Die Trinkwasserabgabe an Endverbraucher ist gegenüber 2015 annähernd gleichgeblieben.

    ENERVIE Vernetzt

    Die seit 1. Oktober 2015 operativ tätige „große“ Netzgesellschaft hat im ersten vollen Geschäftsjahr einen wichtigen Ergebnisbeitrag geleistet. Neben Restrukturierungsmaßnahmen wie Kostensenkungen, Personalabbau und Anpassung der Aufbauorganisation standen Investitionsmaßnahmen in den Ausbau der Strom-, Gas- und Wassernetze im Mittelpunkt. Einige Großprojekte wie der Wasserhochbehälter Lüdenscheid-Höh, die Erneuerung der 110-kV-/10-kV-Schaltanlagen in Altena und Halver sowie die Erneuerung der „Portalstrecke“ Werdohl-Elverlingsen konnten in 2016 abgeschlossen bzw. neu begonnen werden.

    Zielbild ‚Regionalwerk‘

    Neben der weiteren konsequenten Nachverfolgung der Konsolidierungsmaßnahmen wird ENERVIE den Fokus verstärkt auf Wachstumsthemen richten. Mit dem Zielbild ‚Regionalwerk‘ erhebt ENERVIE den Anspruch, für den Erfolg unserer Kunden als kommunaler Energie- und Wasserlieferant, Infrastrukturbetreiber, Dienstleister und Netzwerk ein wesentliche Infrastruktur-Grundlage für den wirtschaftlichen Erfolges der Region Südwestfalen zu sein. Das Fundament bilden die Aktivitäten Energie- und Wasserversorgung sowie weitere Dienstleistungen. Als Energie und Infrastrukturdienstleisterwill die ENERVIE Gruppe eine regionale Plattform zur Vernetzung von Privat- und Industriekunden sowie Kommunen in Südwestfalen bieten. Auch im Handelsbereich fokussiert sich ENERVIE nach den Veränderungen im Kraftwerksmarkt auf Angebote für regionale Partner. Ausgewählte, erfolgreich etablierte Geschäftsmodelle werden wir aber auch über die Grenzen der Region hinaus vermarkten. Damit sieht sich die ENERVIE Gruppe für die Zukunft gut gerüstet, um die notwendige Restrukturierung und Neuausrichtung erfolgreich umzusetzen.

    Weitere Informationen zum Jahresabschluss 2016 der ENERVIE Gruppe unter www.enervie-gruppe.de.

    Hagen, 5. April 2017

    Daten und Fakten

    2016 2015
    Finanzdaten
    Umsatzerlöse 809 Mio. Euro 850 Mio. Euro
    Ergebnis vor Steuern (EBT) 30,2 Mio. Euro 3,5 Mio. Euro
    Stromversorgung
    Absatz 6.987 Mio. kWh 5.794 Mio. kWh
    Gasversorgung
    Absatz 4.381 Mio. kWh 4.665 Mio. kWh
    Wärme, Dampf
    Absatz 52 Mio. kWh 54 Mio. kWh
    Wasserversorgung
    Absatz 17,2 Mio. m3 17,2 Mio. m3